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Antar Yahia - El Khadra-WM-2010-Held zu algerien-heute.com - Teil 1

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antar_yahia_50_Jahr_Feierantar_yahia_50_Jahr_Feier_1Antar Yahia, der algerische Held der WM-2010, der am 18. November 2009 mit seinem fulminanten Torschuss unter die Latte gegen Ägypten die algerische Fußballnationalmannschaft El Khadra zur Endrude der WM-2010 in Südafrika schoß. Er schoß den Ball "dorthin, wo selbst der Teufel ihn nicht bekommt", sagte er damals direkt nach dem Schlußpfiff.

Zu Ehren des 50. Jahrestages der Unabhängigkeit Algeriens konnte algerien-heute.com diesen WM-Held und den ehemaligen Kapitän der algerischen Nationalmannschaft El Khadra zu einem Exklusiv-Interview gewinnen. Eines vorab: Schon durch den ersten Satz von Antar Yahia und auch während des gesamten Interviews am Telefon konnte man immer wieder den Patriot Antar spüren, der sein Vaterland Algerien liebt und die Geschichte seines Landes kennt und ehrt. Er bestand darauf, dass man ihn so und nur so bezeichnen darf: "Ich bin ein ALGERIER der in Frankreich geboren ist". Das war sein erster Satz des Interviews am Telefon. Und auch am Anfang des Interviews stellt er klar, dass wir uns duzen sollen.

Das das Interview sehr spannend und ziemlich lang ist wollen wir es Ihnen in zwei bzw. drei Teilen vorstellen. Im Folgenden der erste Teil des Interviews von Antar Yahia mit algerien-heute.com zu Ehren des 50. Jahrestages der Unabhängigkeit Algeriens:

algerien-heute.com: Antar, zuerst möchte ich mich bei dir herzlich bedanken, dass du bereit bist algerien-heute.com ein Interview zu Ehren unserer 50-Jahr-Feier der Unabhängigkeit Algeriens gibst. Meine erste Frage lautet: von wem hast du diese starke Energie und diesen Stolz auf dein Vaterland Algerien bekommen? von deinem Vater, von deiner Mutter, von deiner Familie, ...?

Antar Yahia: Wie gesagt, ich bin ein ALGERIER, der in Frankreich geboren ist. Und als ich ca. 3 Jahre jung war bin ich mit meinen Eltern nach Algerien zurückgekehrt. Von 1985 bis 1990, war ich in Algerien. Dort ging ich zur Schule in Sadrata in der Wilaya Souk Ahras (Ostalgerien). Ich hatte in diesem Ort viele Freunde gewonnen. Dort habe ich vieles von Oma und Oma und natürlich auch von meinen Eltern über die Geschichte unseres Landes und über unsere Wurzeln erfahren, ich bin also ein Chaoui aus Sadrata. Meine Oma und mein Opa haben mir viel über den Befreiungskieg und über unsere Vorfahren erzählt, das war schön! Das hat mich natürlich geprägt und ich bin auch stolz auf meine Familie und auf die Werte, die sie mir gegeben hat. Die allerbesten Momente, die ich in unserer Nationalmannschaft erlebt habe waren die rührende Momente der Nationalhymne vor jedem Spiel. Es sind unvorstellbar starke Gefühle, einfach unbeschreibbar!

Ich hoffe, vor allem an so einem Tag, wie Heute, dass die neue Generation der algerischen Nationalspieler auch mit Stolz und Ehre für unsere Nationalflagge, für unsere Nationalhymne, für unser wunderschönes Land und vor allem für unsere 1.500.000 Chouhada (Märtyrer, Allah Yarhamham) spielen.

algerien-heute.com: Wann und wie hast du mit Fußball spielen angefangen?

Antar Yahia: Mein Älterer Bruder war ein großer Sportler, er war ein Judo-Meister mit schwarzem Gurtel. Mein Vater meinte damals, dass ich auch mit meinem Bruder Sport (Judo) spielen soll. Ich habe es auch versucht, aber es wa nicht mein Ding. Ich habe daher mit Fußball 1992 angefangen, damals beim FC Soschaux, danach nach Inter Mailand (ausgeliehen), dann Bastia, wo ich meinen 1. Profi-Vertrag unterschrieben habe, bevor ich am Ende bei Nizza landete, vor meiner Deutschland-Karriere.

algerien-heute.com: Antar, wie kam der Wechsel nach Deutschland?

Antar Yahia: Durch meinen damaligen Freund und Spielermanager bekam ich 2007 einen Vertrag mit VfL Bochum. Ich kam also von Nizza nach Bochum im Sommer 2007.

algerien-heute.com: Wie waren deine ersten Erfahrungen in Deutschland?

Antar Yahia: Meine ersten Erfahrungen in Deutschland waren sehr gut. Die Atmosphäre in Bochum war toll, ich habe eine gute Fußballmannschaft und eine sehr gute Gemeinschaft gefunden. Auch die Art und Weise und die Seriosität der Arbeit hat mir damals gefallen.

algerien-heute.com: Antar, Du sprichst fließend und sehr gut Deutsch, wie hast damals bei Bochum das Sprachproblem empfunden, oder war es für Dich kein Problem?

Antar Yahia: Nein. Das war für mich überhaupt kein Problem, denn ich habe sofort, als ich bei Bochum angefangen habe, mit dem Lernen der deutschen Sprache begonnen. Denn für mich ist es klar, wenn ich in einem Land arbeite und lebe, dann muss der erste Schritt sein, die Sprache dieses Landes zu lernen. Und gerade bei uns, im Profi-Fußball ist die Sprache extrem wichtig. Wie sonst soll ich mich mit meinem Trainer oder mit meinen Spielkameraden im Training und auf dem Spielplatz verständigen und wie soll ich mich in die Gemeinschadft und im Verein als ganzes gut integrieren, wenn ich die Sprache meines Vereins nicht verstehe. Die Sprache des Landes, wo man lebt muss man als erstes lernen, sonst kann man nicht professionell arbeiten.

algerien-heute.com: Antar, Du weisst sicherlich, dass Du überall, in Algerien, in Europa und natürlich und vor allem auch in Deutschland ein sehr beliebter Fußballer bist. Gerade, wegen deines Charakterprofils bist du bei vielen aus Algerien stammenden Jugendlichen ein gropßes Vorbild. Was würdest du dieser Jugend bezüglich ihrer Zukunft und ihrer Integration in Deutschland von deinen zahlreischen Erfahrungen in Frankreich, Italien, Saudiarabien und Deutschland weitergeben?

Antar Yahia: Ich muss mich wiedeholen. Die Sprache ist der Schlüssel für jede gelungene Integration. Jeder Junge oder Mädchen muss wissen, dass er ohne die deutsche Sprache keine Zukunft in Deutschland bauen kann. Die Jugendlichen sollen die deutsche Sprache lernen zu beherrschen. Sie sollen auch ernsthaft, seriös und fleißig in ihren Bereichen arbeiten. Sie müssen auch die Geschichte ihrer Heimat kennenlernen. Sie sollen ihre Identität kennen, damit sie sich nicht leer und ohne Inhalt fühlen und sich überall zu recht finden können. Die Jugendlichen sollen ihre Eltern respekvoll behandeln. Auch hier spielt die die Rolle der Eltern eine zentrale Bedeutung. Die Eltern sollten meiner Meinung nach ihren Kindern und Jugendlichen positiv beinflussen und die Geschichte unseres Heimatland erklären. Die Kinder und Jugendlichen lönnten viele positve Werte unserer Kultur von ihren Eltern lernen. Die Eltern haben eine große und wichtige Vorbild-Funktion, aber auch eine schwere Pflicht.

Im zweiten Teil kommentiert der algerische WM-2010-Held und FCK-Abwehrspieler Antar Yahia die gerade zu Ende gegangene EM-2012. Vor allem ist die Meinung von Antar Yahia zur "Tiki Taka"-Spielweise vom alten und neuem Europameister Spanien sehr interessant und vieles mehr. Der zweite Teil von Antar Yahia - Interview wird Morgen Freitag (06. Juli) hier fortgesetzt.

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