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Der intelligente algerisch-berberische Frühling ist die beste Antwort auf den "arabischen Frühling"

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Algeria MapIm Gegensatz zu allen anderen Staaten der arabischen Welt hat Algerien jetzt alle Trümpfe in der Hand, um einen echten friedlichen hochqualitativen demokratischen Wandel zu gestalten. Nicht nur wegen seiner vollen Staatskasse und seines Reichtums an Bodenschätze (Erdöl und Erdgas etc.), sondern auch wegen seiner vielfältigen Kulturen und langjährigen Geschichte im Kampf gegen die Unterdrückung. Und vor allem die ersten 50 Jahre Freiheit und Unabhängigkeit Algeriens mit ihren positiven und negativen Aspekten liefern die besten Daten, Fakten und Erfahrungen und eine ausgezeichnete und solide Grundlage, um eine fundierte und umfassende Analyse und Synthese durchzuführen.

 Algerien ist reich an Bodenschätze und Humankapital

Jede Gemeinschaft, von der kleinsten Zelle der Gesellschaft, die Familie im klassischen Sinne, bis zu globalen agierenden Unternehmen oder Staaten, braucht für die Umsetzung ihrer zukünftigen Ziele im Rahmen ihrer Vision ein humanes und materielles Startkapital. Algerien Heute ist schuldenfrei, das klingt in der heutigen schwierigen weltwirtschaftlichen Zeit paradoxal. Vor knapp sechs Monaten gab Algerien auf den Jahrestagungen des internationalen Währungsfonds (IWF) und der Weltbank in Tokio offiziell bekannt, einen Darlehen von 5 Milliarden Dollar an den IWF zu geben, und sicherte sich damit einen Platz im exklusiven Club der Gläubigerländer dieser Erde.

Während man sich in den technisch-entwickelten westlichen Ländern die größten Sorgen über die Überalterung ihrer Bevölkerung macht, bereiten der rasannte Bevölkerungsanstieg, die seit Jahrzehnten stetig-steigenden Neugeburten und die wachsende Jugendarbeitslosigkeit den algerischen Machthabern eher große Kopfschmerzen. Die Alterspyramide der algerischen Bevölkerung ist gesund und steht richtig auf. 2010 waren es 75% der algerischen Bevölkerung zwischen 20 und 35 Jahre alt und 25,4% unter 15 Jahren. Damit verfügt Algerien über ein großes Potential an Humankapital, das auf seinen angemessenen Einsatz wartet, um in allen Gesellschaftsbereichen zur Entwicklung seines Lands mitzuwirken.

Algerien ist reich an Kulturen und Sprachen

Algerien Heute ist 50 Jahre jung, im Grunde genommen ein aufstrebendes junges Land im jugendlichen Alter mit vielen optimistischen Zielen und Hoffnungen. Auf der anderen Seite ist Algerien ein großes Land, mit 2.381.741 km² das größte Land im alten Kontinent Afrika, in der Wiege der Menschheit. Algerien Heute ist in vielen Hinsichten groß, riesig und vielfältig, geschichtlich, kulturell und sprachlich. Der Reichtum der algerischen Geschichte ist unheimlich groß und gleichzeitig einmalig, angefangen von den Ureinwohnern von Groß-Nordafrika, den Berbern, über die Phönizier, Wandalen und Römern bis zu den Arabern, Osmanen und Franzosen. Alle diese unterschiedlichen Völker haben mit ihren verschiedenen Traditionen, Kulturen und Sprachen letztendlich und unterm Strich, direkt und/oder indirekt ihren entscheidenden positiven Anteile geleistet, damit Algerien Heute so groß und so reich in allen Hinsichten geworden ist bzw. werden kann. Diese einzigartige und großartige Diversität der algerischen Gesellschaft stellt damit der Grundpfeiler von Algerien Heute schlechthin. Sie zu fördern, zu pflegen, zu verfestigen und im Alltag mit Leben zu erfüllen ist meines Erachtens nach die zentrale und nationale Pflicht jeder Algerierin und jedes Algeriers. Diese großartige Vielfalt der algerischen Geschichte, Kulturen und Sprachen ist auch das Alleinstellungsmerkmal von Algerien Heute. In keinem anderen Land dieser Erde trafen so viele Kulturen aufeinander, wie in Algerien. Die algerische Gene ist keine einfach-gestrickte Gene, im Gegenteil. Sie wurde in einem langen Zeitraum von über dreitausend Jahren aus mindestens sieben (7), klar voneinander unterscheidbaren Genen, hochgradig und komplex strukturiert. Diese hohe Komplexität der algerischen Gene ist gleichzeitig ihre große Stärke. Diese Komplexität zu erkennen und zu entziffern und ihre Stärke in allen Bereichen des Lebens einzusetzen, um den größtmöglichen Nutzen für das Volk und das Land zu gewinnen, ist die Aufgabe der algerischen Elite.

Dass, Algerien seit 1962, seinem ersten Geburtsjahr in Freiheit, nicht auf Anhieb und schnell genug selbständig gehen, sprechen und denken kann, ist jedem Menschen klar und trivial, der die Chance gehabt hat, ein oder mehrere Kinder zu erziehen. Jetzt, nach 50 Jahren Existenz des heutigen freien Algeriens muss frau/man, meiner Überzeugung nach, sich an eine umfassende Gesamtanalyse und Synthese zur 50-jährigen Entwicklung des Landes trauen. Immerhin leben heute in Algerien mehr oder weniger drei Generationen, die das Leben in Freiheit und Unabhängikeit 50 Jahre lang genossen haben.

Die Sprache ist und bleibt der Schlüssel des Erfolgs

Ich möchte hier bewusst und ausschließlich auf den Aspekt eingehen, den ich für die grundlegendste und Hauptursache aller Erfolge oder Misserfolge innerhalb der 50-jährigen Entwicklung in Algerien halte. In den vergangenen 50 Jahren gab es ein einziger Versuch, von Präsident Boumedienne (1965-1978) von oben herab, dem neugeborenen Baby eine Sprache in ganz Algerien beizubringen. Das Neugeborene Algerien sollte und musste Arabisch, die Sprache aus dem Nahen Osten, schreiben und sprechen lernen, obwohl sie nicht seine Muttersprache ist. Die Gestaltung der neu gewonnenen Freiheit und die Suche nach der Identität unter den damaligen Verhältnissen, kurz nach dem Ende des Unabhängigkeitskriegs waren für alle Algerierinnen und Algerier sehr schwierig. Die ersten Staatspräsidenten des ersten unabhängigen Algerien, Präsident Ben Bella und Präsident Boumedienne hatten ein schwieriges Kolonialerbe übernommen. Beide Präsidenten waren Freiheitskämpfer und unerfahrene Staatsmänner, die alle ihre Lösungen nach dem Prinzip Learning by Doing entwickeln mussten. Die Zeit für die Suche nach den besten und adäquaten Lösungen aller gesellschaftlichen Aufgaben und praktischen Probleme des täglichen Lebens im neuen großen Staatsgebiet Algeriens war praktisch nicht da. Die Entscheidung des damaligen algerischen Präsidenten Houari Boumedienne, Arabisch von oben zu verordnen, hat demnach eher einen praktischen und pragmatischen Charakter und ist nicht das Ergebnis einer fundierten gesellschaftlichen Analyse, um einen Konsens und eine Lösung für das schwierige Sprachproblem in Algerien zu finden, die der algerischen Grundidentität entspricht. 

Die Sprache ist ein von Menschen geschaffenen Kunstwerk, der fortlaufend und ununterbrochen weiterentwickelt wird und werden muss. In seiner Sprache spiegeln sich die ganze Geschichte, Traditionen und Kulturen eines Volks wieder. Auch Algerien braucht eine algerische Sprache, die von allen Mitgliedern aller algerischen Volksstämmen und -gruppen gern gesprochen und akzeptiert wird und die am besten zu der Diversität der algerischen Identität passt und vor allem mit der algerischen Grundidentität harmoniert. Meiner Überzeugung nach hat sich Arabisch, auch nach 50 jahrelange Entwicklung im neuen Algerien nicht durchsetzen können. Die Gründe hierfür sind vielfältig und stehen hier nicht zur Debatte und sollen daher nicht diskutiert werden.

50 Jahre ohne Vision, Algerien braucht genau jetzt eine Vision 

Warum das freie Algerien, in den ersten 50 Jahren seiner Existenz nach dem Unabhängigkeitskrieg, keine eigene und unabhängige Vision für seine Zukunft entwickeln konnte, mit Ausnahme der teilweise unabhängigen Vision von Präsident Boumedienne, die ohnehin nur 13 Jahre Bestand hatte und durch seinen Tod mit ihm beerdigt wurde, ist meiner Meinung nach nachvollziehbar. Glücklicherweise, nach 50 Jahren scheint die Zeit reif geworden zu sein, um eine neue qualitativ-bessere Neuorientierung zu kreieren und umzusetzen. Algerien hat eine historische Chance diese gesellschaftlichen Umweltzungen in Nordafrika und in den arabischen Ländern als Katalysator für die Umsetzung seiner eigenen neuen Vision ausnutzen. Gerade jetzt und unabhängig von allen Problemen, von allen berechtigten Kritiken und von allen menschlichen Tragödien der schwarzen 1990er Jahre müssen alle Algerierinnen und Algerier die Gunst der Stunde erkennen, nach vorne blicken und diese günstige Konstellation intelligent ergreifen, um ihre Zukunft regional und international neu zu planen und zu gestalten.

Es ist inzwischen eine von allen algerischen Seiten akzeptierte Tatsache, dass die überwiegende Mehrheit der algerischen Bevölkerung keinen sogenannten arabischen Frühling bzw. keine Jasmin-Revolution à la Tunisienne, à la libyenne, à la égyptienne oder à la syrienne, haben möchte. Genauso gilt es als Fakt, dass sich die absolute Mehrheit der algerischen Bevölkerung grundleglegende Veränderungen auf allen Ebenen der algerischen Gesellschaft wünschen und erwartet von der algerischen Elite eine fundamentale, zukunftsorientierte und intelligente Neuordnung in allen Bereichen des algerischen Machtsystems im Interesse des ganzen algerischen Volks.

.. Fortsetzung folgt

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