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Sit-in in Ghardaia: Arbeitslose im Süden Algeriens demonstrieren friedlich

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ghardaia Sit in

Die algerischen Arbeitslosen organisierten gestern eine Kundgebung in der Innenstadt von Ghardaia und folgten den Ruf der nationalen Koordinierungsstelle für die Rechte der algerischen Arbeitslosen (CNDDC). Das Sit-in begann und endete friedlich und es wurden keine Überschreitungen oder Ausschreitungen festgestellt.

Auch eine Gruppe von Mozabiten und Chaamba, zwei algerischen Berber-Volksgruppen in der Sahara, haben mit demonstriert. Sie alle haben auch betont, dass ihre Demonstration keine politischen oder religiösen Hintergründe hat. 

Sehr früh am Morgen kamen die Organisatoren des Sit-ins in einem kleinen Haus in der Stadt El Atteuf zusammen. Nach einer Nacht voller Diskussionen und Austausch von Ideen waren sie sich über die Eckpunkte für den Erfolg ihrer Demo einig. Die zentrale Parole ist "Silmia, Silmia" (friedlich, friedlich).

"Hört nicht auf Provokationen und antwortet auf niemandem, auch wenn er/sie euch beleidigt. Nur unsere Plakate und Forderungen müssen wir hochhalten", sagt Farouk Souid Mitglied des Aktivisten der CNDCC-Gruppe.

"Macht Chakib Khelil Prozess!"

Die Demonstranten wiederholten mehrere Parolen laut, manchmal sprachen sie die Behörden an und manchmal erinnerten sie an den friedlichen Charakter der Bewegung. Es herrschte eher eine kleine Party-Atmosphäre. Viele Auto- und Motorradfahrer blieben ein paar Minuten stehen, um die Demo zu sehen. Einige von ihnen stellten ihre Fahrzeuge ab und schlossen sich den Demonstranten an. Während des Sit-ins, das am Mittag friedlich endete, erinnerten die Jugendlichen auf ihre Rechte auf eine menschenwürdige und würdevolle Arbeit.

"Chakib Khelil muss verurteilt werden", "Nein zur Korruption", "Beschäftigung und Wohnung für würdige Bürger", "Ja für soziale Gerechtigkeit", "Nein zur Diskriminierung", riefen die Demonstranten.

Immer wieder wurde die algerische Nationalhymne von den Teilnehmern während der ganzen Kundgebung zwischen ihren zahlreichen Parolen gesungen, wie "Nein zur Unterdrückung von jungen Menschen", "Nein zum Missbrauch öffentlicher Gelder", "Nein zu Hogra (Unterdrückung und Erniedrigung)", "Nein zur Zerstörung des Landes."

"Wir wollen uns nicht verbrennen und wollen keinen Selbstmord begehen"

Aibek Ag Sahli, Mitglied der Arbeitslosenorganisation CNDDC in Ouargla, sagte beim Sit-in "wir werden nicht aufhören zu wiederholen, dass unsere Bewegung friedlich ist und keine Logik der Politik hat. Wir setzen uns für unsere Rechte, für bessere und transparentere Personaleinstellungsverfahren, für das Ende der Sklaverei durch Outsourcing und für den Rücktritt inkompetenten Direktoren der ANEM, die keine positive Ergebnisse geliefert haben."

Slimane, ein weiteres Mitglied der CNDDC, sagte: "Unsere Sprache ist klar. Nur die Rechte der Arbeitslosen sollen mit einer friedlichen Art und Weise durchgesetzt werden, ohne Gewalt und ohne Zielverfehlung. Unsere Zusammenkünfte soll die Regierung herauszufordern. Wir sind verletzt, die Wunde sitzt tief. Sie muss mit den geeigneten Mechanismen behandelt werden und die Schaffung von dauerhaften Arbeitsplätzen zu gewährleisten. Wir können keine Diskriminierung akzeptieren. Ist es normal, dass wir von den vorhandenen Arbeitsplätzen ausgeschlossen sind, obwohl das Gesetz vorschreibt, dass die Kinder jeder Region prioritär bei Besetzung von offenen Arbeitsplätzen sind? Die Zeit vergeht schnell und die Auswirkungen auf unsere Zukunft werden unumkehrbar. Wir wollen nur ein einfaches Leben, wie alle Algerier, leben, ohne Sorgen, eine Familie haben, Kinder haben, all das in unserem Land. Wir wollen nicht, unser Leben auf hoher See riskieren, wie El-Harraga (Arbeitslose Jugendliche, die mit selbstgebastelten Booten über das Mittelmeer nach Europa flüchten). Wir wollen uns auch nicht verbrennen und wollen keinen Selbstmord begehen. Wir bitten, um unsere Rechte, die in der Verfassung garantiert sind."

Gassem, der eine lange Reise von Adrar nach Ghardaia gemacht hat, um mit zu demonstrieren sagte, "Das Bauen des algerischen Staats heißt in erster Linie seinen Staatsbürger zu stärken."
Das nächste Sit-in der algerischen Arbeitslosen ist für den 20. April in Djelfa geplant? (Quelle www.elwatan.com)

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