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Presidentschaftswahl 2014: "Ouyahia ist da" für den Fall, dass ... Und was ist mit Benflis, Hamrouche und Sellal?

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DZ Kandidaten 1Drei Monate vor der nächsten algerischen Präsidentschaftswahl am 14. April dieses Jahres liegt immer noch ein dichter Nebel über der algerischen Politiklandschaft. Denn die entscheidende Frage, die sich alle Politikexperten, Analytiker und Beobachter der politischen Szene in Algerien stellen ist die der Position des kranken Amtsinhabers, Präsident Bouteflika bezüglich seiner Kandidatur, ob er bereit ist, zum vierten Mal als Präsidentschaftskandidat anzutreten oder nicht.

Die RND-Partei des früheren algerischen Ministerpräsidenten Ahmed Ouyahia hat auf ihrem letzten Kongress Ende Dezember 2013 angekündigt, dass sie den jetzigen algerischen Präsidenten Bouteflika unterstützen würde. Sollte aber der Präsident nicht für eine vierte Amtszeit kandidieren, dann stünde sein frühere Premierminister Ahmed Ouyahia für den "Dienst der Republik" zur Verfügung, erklärte Shihab Seddik, Koordinator des RND-Büros in der Hauptstadt Algier gegenüber der algerischen Tageszeitung Elwatan.

Allerdings gab Seddik Shihab zu, dass "Alles verschwommen ist und, dass Niemand weiß, ob Präsident Bouteflika kandidiert oder nicht" und fügte hinzu, dass "die RND Präsident Bouteflika von Anfang an unterstützt hat und wir werden ihn weiterhin bis zum Ende unterstützen". (übertragen ins Deutsche, Quelle elwatan.com)

Bemerkenswert ist die Zurückhaltung des anderen ehemaligen algerischen Premierministers Benflis. Seit Wochen wird seine Kandidatur in allen wichtigen algerischen Medien angekündigt. Er selbst hat seine Entscheidung über eine mögliche Präsidentschaftskandidatur noch nicht offiziell bekannt gegeben. Auch Mouloud Hamrouche, der frühere Regierungschef des damaligen algerischen Präsidenten Chadli Bendjadid hält sich bedeckt.

Besonders auffallend und gleichzeitig verdächtig sind die zahlreichen sogenannten Inspektionsreisen des derzeitigen algerischen Premierministers Abdelmalek Sellal durch das weite Land Algerien. In weniger als 16 Monaten bereiste er 42 von 48 Algerischen Provinzen in allen Regionen des Landes, wie kein anderer vor ihm. Mit seinen übertriebenen und künstlich wirkenden Reisen auf Staatskosten will er offensichtlich Selbstmarketing treiben und seinen Bekanntheitsgrad, für den Fall, dass er doch in letzter Minute kandidieren würde, nach oben bringen. Diese Art des Selbstmarketings ist gegenüber den anderen Kandidaten höchst unfair, weil er bis Heute nicht offiziell und öffentlich erklärt hat, dass er nicht als Kandidat bei der kommenden Präsidentschaftswahl antreten will.

Im Vorfeld der algerischen Präsidentschaftswahl gibt es nur zwei Situationen:

Fall Bouteflika:

Abdelaziz-BouteflikaWenn Bouteflika kandidiert, dann gibt es keine einzige Wahlalternative mehr, er wird es werden. Mit dem Tag, wo er seine Kandidatur bekannt gibt, wird die Wahl bereits entschieden. In diesem Fall könnte der algerische Staat auf den künstlichen Wahlkampf verzichten und Wahlkampf-Milliarden sparen.

 

 

Fall Post-Bouteflika-Ära:

DZ RestDieser Fall ist aktuell wegen des schlechten Gesundheitszustandes des Präsidenten theoretisch noch möglich. Sollte aber Präsident Bouteflika auf seine persönliche Kandidatur verzichten, dann wird es höchstwahrscheinlich ein Machtkampf zwischen seinem Clan und dem Clan seiner Gegner geben. In diesem Fall und je nach Kandidatur wird der Kampf um die algerische Präsidentschaft zwischen Sellal, Ouyahia, Benflis, Hamrouche, dem neuen FLN-Chef Saidani und möglichen, noch unbekannten Gesichtern der FLN-Partei bzw. Armee sein. Es sei denn, beide Clans einigen sich auf einen gemeinsamen Kandidaten, der beiden Seiten bedient und mit einer 100%-tiger Sicherheit Bouteflika erben wird. Dabei werden die bisher bekannten Kandidaten, wie Benbitour, Djilali, ... (s. unten) nur eine statistische Rolle spielen.

Den größten zeitlichen Vorteil besitzt derzeit der Bouteflika-Clan. Denn nur Bouteflika persönlich und die Mitglieder seines Clans haben das Wissen darüber, ob er überhaupt kandidieren will bzw. kann oder nicht, gesetztenfalls der Präsident kann selbständig entscheiden. Bouteflikas Clan kann somit den Zeitpunkt der Bekanntgabe der Nicht-Kandidatur von Bouteflika taktisch und strategisch, bewusst nach vorne oder nach hinten verschieben, je nach Kandidaten- und Wahlstrategie.

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