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Präsidentschaftskandidat Benflis will die Anhänger der Islamisten und die Harkis für sich gewinnen

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benflis-harkis-300x201Der Ex-Regierungschef und jetziger Präsidentschaftskandidat Ali Benflis versprach am Dienstag in Medea, der Bevölkerung dieser Provinz, die besonders von den Auswirkungen des islamistischen Terrorismus gelitten hat, eine neue Verfassung "ohne Ausnahmen und ohne Ausgrenzung".

Alle islamistischen Bewegung wurden kontaktiert

Aus dem Kreis seines Wahlkampfteams wurde bekannt, dass der ehemalige Regierungschef alle Führer der islamistischen Parteien und Bewegungen in Algerien direkt oder indirekt kontaktiert hat, vor allem die FIS-Führer, Herr Ali Djeddi und Ali Gammazi, um sie und ihre Anhänger für sich und für sein Programm zu gewinnen. Diese Information wurde auch vom 2. Chef der FIS-Partei, Herrn Ali Belhadj, auf der FIS-Website bestätigt.

Abdelmajid Menasra, der seine eigene Partei, die Algerische Nationale Front, gegründet hat, Abdallah Djaballah, Chef der FJD-Partei, Adelrazak Mokri, MSP-Chef und Fateh Rebai, der Generalsekretär der Nahda-Partei wurden ebenfalls kontaktiert.

Ali Benflis und seine Wahlstrategen haben nicht nur mit allen islamistischen Kreisen in Algerien verhandelt, sondern auch im Ausland: Paris, Genf, Doha (Katar), Bahrain, etc.

Benflis will die Stimmen der "Harkis" und deren Kinder gewinnen

Algeria1 berichtet in seiner heutigen Ausgabe, dass der Kandidat Benflis auch mit den sogenannten Harkis verhandelt hat, um ihre Stimmen zu bekommen. Die Hariks sind eine seit der algerischen Revolution verachtete und verhasste Gruppe von Algerierinnen und Algeriern, die während des erbitterten algerischen Befreiungskriegs zwischen 1954 bis 1962 mit den feindlichen Truppen der französischen Kolonialmacht kooperiert haben und ihre algerischen Kammeraden im Freiheitskampf an die Franzosen verraten haben. Die meisten Hariks mussten damals ihre Heimat Algerien verlassen, um in Frankreich leben zu können. Sie wurden nach der Unabhängigkeit von der algerischen Regierung und allen Teilen der Gesellschaft verfolgt. Die meisten von ihnen, die noch heute leben, dürfen immer noch nicht nach Algerien reisen. Inzwischen haben die Harkis in Frankreich Kinder und Enkelkinder bekommen.

Benflis will scheinbar alle möglichen Stimmen für sich mobilisieren und will nicht auf die neue Generation der Harkis-Kinder in Frankreich verzeichten. Mit seiner neuen geplanten "Verfassung eines breiten Konsens und umfassenden Dialogs ohne Ausgrenzung" will er u.a. die folgenden vier Kategorien der Hariks in die algerische Gesellschaft integrieren.

Das Integrationskonzept des Präsidentschaftskandidaten Ali Benflis sieht vor:

  1. Die Harkis, die mit den Besatzern zusammengearbeitet haben aber keine Mörder sind,
  2. die weiblichen Harkis (Frauen), die mit der Besatzungsmacht zusammengearbeitet haben und
  3. der Hariks, die beiden Seiten kooperiert haben, also gleichzeitig mit den feindlichen Franzosen und mit den algerischen Freiheitskämpfern zu begnadigen.
  4. Nach Benflis-Konzept sind alle Kinder der Harkis, die in keiner Weise für die Taten ihrer Eltern verantwortlich sind, selbstverständlich frei. Sie können ganz normal in Algerien, in der Heimat ihrer Eltern, wie alle anderen Algerierinnen und Algerier leben.

Schließlich bleibt die Gruppe der Harkis, die mit dem damaligen Feind zusammengearbeitet haben und algerisches Blut in ihren Händen haben. Für diese Gruppe der Hariks - viele von ihnen sind wahrscheinlich gestorben - sieht Benflis keine Gnade vor. Sie sind nicht von der Amnestie betroffen und dürfen Algerien nicht betreten. (übertragen ins Deutsche, Quelle algerie1.com)

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