Algerischer Tourismus-Chef: "Wir werden das Ziel Algerien neu bauen"

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med-amine-hadj-said-dg-ontSaid Mohamed Amine Hadj: "Wir werden die vielfältigen touristischen Facetten in Algerien entwickeln." Herr Said Mohamed Amine Hadj wurde im März 2011 zum Leiter des algerischen Nationalen Tourismusamtes ernannt. Er ist überzeugt, dass sich das Image des Ziels Algerien "positiv" geändert hat. Das nationale Tourismusamt (= Office National du Tourisme, ONT) ist viel "offensiver" in seiner Kommunikationsarbeit geworden, sagte der neue ONT-Chef.

Said Mohamed Amine Hadj: "Wir werden die vielfältigen touristischen Facetten in Algerien entwickeln", fügte er hinzu in seinem Interview auf der Website des algerischen Tourismusamtes (ONT),  http://www.algeriantourism.com/

Im Folgenden das komplette Interview mit Herrn Said Mohamed Amine Hadj, dem neuen ONT-Chef.

Seit über einem Jahr sind Sie der Leiter von ONT. Welche Bilanz geben Sie ihrer Mission?

Wir sind dabei das Image von Algerien neu zu gestalten und wir sehen jeden Tag, dass sich dieses Bild positiv verändert. Wir haben durch unsere Teilnahmen an internationalen Messen im Jahr 2012 gespürt, dass sich das Bild über das Ziel Algerien kontinuierlich verbessert hat. Die meiste Ausländer, die wir überall trafen, hatten keine konkrete Vorstellung über Algerien. Das Bild war oft unklar und verzerrt und teilweise als ein riskantes Ziel negativ behaftet. Die Aufgabe von ONT besteht darin zu zeigen, dass das Ziel Algerien sicher, stabil und sehr vielversprechend ist.

Wie wollen Sie vorgehen, um dieses Bild von Algerien zu ändern?

Auf internationaler Ebene arbeiten wir mit entsprechenden Ständen, die für sich sprechen. Der Stand Algerien stellt sich mit allen algerischen Facetten vor und öffnet alle Türen der verschiedenen Regionen Algeriens. Es wird nicht nur eine Facette dargestellt. Wir haben z.B. die Türen von Timimoun, Djemila, der Kasbah und von Mansourah gleichermassen geöffnet. Wir arbeiten kundenorientiert und stellen dem potentiellen Kunden sein passendes Ziel vor. In Italien haben wir z.B. die Region von Djemila präsentiert, in Deutschland die von Timimoun, weil wir wissen, dass die Deutschen gern in die Sahara reisen wollen.

Hinzu kommt, dass wir immer ständig versuchen, bei unserer Marketing-Arbeit hart, "agressiv" und relevant zu sein. Denn es reicht nicht aus, nur viele Broschüre zu verteilen. Auf allen Messen, wo wir waren, haben wir multimediale Präsentationen vorgestellt und viele Vorträge über ganz Algerien gehalten. Durch diese neuen Medien und mit vielen Reiseveranstaltern haben wir eine messbare Veränderung erreicht.

Bedeutet dies, dass Sie eine Evolution im Bereich der ausländischen Touristenströme eingeleitet haben?

Um objektiv zu sein, werde ich auf die Anzahl der Einreisenden Bezug nehmen. Für das erste Quartal 2012 verzeichneten wir an den Außengrenzen eine Steigerung von 35% der Einreisende, im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Jahres 2011. Das bedeutet, dass, wenn wir diesen Schwung bis zum Ende des Jahres halten können, wir 3,2 Millionen Einreisende erreichen werden, darunter fast eine Million Ausländer, gegen 2,4 Millionen im Jahr 2011.

Was ist die Rolle des Inlandstourismus in der Strategie des ONT?

Das Tourismousamt ONT gibt eine primäre Bedeutung für den Inlandstourismus. Wir organisieren spzielle multimediale Aktivitäten, um die Vorstellung und das Interesse des algerischen Staatsbürgers positv zu beeinflussen. Der Inlandstourismus hat seine Priorität, weil er die Grundlage der Tourismuskultur schafft, die für die Entwicklung unseren internationalen Tourismus notwendig ist. Er hilft auch die sozialen und die kulturellen Beziehungen zwischen der Bevölkerung der verschiedenen Regionen unseres Landes zu verstärken.

Wie hoch ist der Beitrag von Ihrem Budget, den Sie zur Förderung des Ziels Algerien ausgeben?

Dies ist ein ziemlich solides Budget, dürfte sich allmählich erhöhen, um neue und wichtige Medien bei der Förderung des Ziels Algerien einzusetzen. Unsere aktuellen Ressourcen liegen unter denen, die von unseren Nachbarn Tunesien und Marokko eingesetzt werden, weil der Tourismus bei ihnen ein richtige Industrie ist. Der Unterschied ist riesig. Wir sind dabei das Ziel Algerien neu zu gestalten. Man kann nicht Kampagnen mit Millionen von Dollar starten, wenn man nicht über das notwendige Netzwerk von professionellen Hoteliers verfügt, die diesen Namen verdienen, um Touristen zu empfangen und durch Werbekampagnen zu locken.

Algerische Reiseveranstalter sprechen über die schlechte Publicity, die die tunesischen und marokkanischen Reisebüros betreiben, um die europäischen Touristen, die nach Algerien kommen wollen abzuschrecken. Ihre Meinung?

Es ist fast ein faires Spiel, denn der Tourismus ist eine Industrie und ein Handel gleichzeitig. Ich möchte jedoch sagen, dass viele Touristen etwas anderes entdecken wollen. Es gibt keine Stammtouristen mehr und alle touristische Ziele stehen im Wettbewerb und Konkurenz zueinander. Wenn der Tourismus in Algerien ein Mal "aufwacht", glaubt mir, dann wird es für viele schwer sein ... Wir haben viele Produkte von außergewöhnlicher Vielfalt. Wir können den Touristen auf den Schnee von Tikjda zum Ski fahren bringen, am nächsten Tag kann er auf den See von Tipaza weiter Ski fahren, bevor er mit dem Flugzeug nach Bechar fliegt, wo er auf den goldenen Dünen von Taghit noch ein Mal mit den entsprechen Skiern Ski fahren kann. Wir haben Produkte zum Träumen und ich kenne nicht viele Länder, die diese Vielfalt anbieten können. Es ist die Aufgabe unseren Profis Marktforschungen durchzuführen und die entsprechenden Produkte zu fertigen, die verkauft werden können.

Ein letztes Wort?

Wir lieben Menschen, denen Algerien am Herzen liegt und Menschen, die das Herz von Algerien tragen. Wir sind sehr erfreut sie alle im Herzen Algeriens zu begrüßen, denn unser Slogan lautet "Die Reise des Herzens". (Quelle algeriantourism.com)